Chronik

 

Nach Auflösung der Zwangsfeuerwehr und Gründung der freiwilligen Feuerwehr wurde am 17. Juni 1911 im §1 der Satzung folgendes geregelt:

 

Die freiwillige Feuerwehr hat den Zweck, die Einrichtungen einer Gemeindepflichtfeuerwehr für die Gemeinde

Nindorf a. Walde der in §1 der Polizeiverordnung vorgeschriebenen Abteilungen

        a)      zur Bedienung der Spritze

        b)      zur Ausübung des Steigerdienstes sowie zum Retten von Menschen, Vieh und Habe,

        c)      zur Herbeischaffung des Wassers, soweit solches durch Zubringer und Saugspritze möglich ist,

        d)     zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Bewachung der geretteten Sachen, soweit die vorhandene Mannschaft               dazu ausreicht

und bildet die Ortsfeuerwehr (§15 Absatz 1 am Schlusse a.a.O.).

Genügt die freiwillige Feuerwehr den vorhandenen Bedürfnissen nicht, so kann sie durch gemeindeseitig zu bestellende Hülfskräfte aus den zum Feuerlöschdienste Verpflichteten, welche jedoch dem Kommando der freiwilligen Feuerwehr unterstellt bleiben, ergänzt werden.

(§15 Abs. 2 a.a.O. am Schlusse.)

Sollte es sich herausstellen, dass besondere örtliche Verhältnisse es geboten erscheinen lassen, die Abteilungsbildung anders zu gestalten oder ganz zu unterlassen, so ist hierzu die Genehmigung des Königlichen Regierungspräsidenten erforderlich. (§1 Abs. 3 a.a.O.)

Der Dienst in der freiwilligen Feuerwehr wird durch eine vom Kommando (§5) zu entwerfende, von der Korpsversammlung (§6) zu Beschließende Dienstanweisung geregelt.

 

Original Zitat aus der Nindorf Chronik zum 800jährigen Jubiläum: 

„Als dann am 12.Mai 1912, am Sonntage vor Himmelfahrt, abends um 8 Uhr plötzlich Matthies´ Gasthaus  (Hof Nr. 4)* in hellen Flammen stand und bis auf die Grundmauern niederbrannte, wurde die erste Bresche in den alten Dorfkern geschlagen. Bei dem Löschen dieses Feuers trat die kurz vorher gegründete Nindorfer freiwillige Feuerwehr zum ersten Male in Erscheinung. An die Stelle des alten Strohdachhauses trat nun ein massiver Neubau.“ *heute „Zum braunen Hirschen“

Die freiwillige Feuerwehr Nindorf am Walde

am Tage des 25-jährigen Bestehens vor dem „Braunen Hirschen“

Vorne von links: Georg Krug, Ferdinand von der Heide, August Pohlmann, Wilhelm Isernhagen, Heinz Sellhorn, Wilhelm Albers, Hermann Pohlmann

 Obere Reihe: Karl Schmalfeld, Otto Schlüschen, Gustav Schlüter, Hans Ahlers, Otto Isernhagen, Gustav Maack, Hermann Schlüschen, Willi Gerkens, Karl Schütt, Matthies Regnier

 

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Nindorfer Feuerwehr hat der einmalige Gemeindevorsteher Georg Krug, sen., die Ansprache gehalten und in ihrem Verlauf erzählt, wie die Feuerwehr im Jahre 1911 gegründet wurde:

Zu jener Zeit hatte niemand große Bereitschaft gezeigt, den Posten des Wehrführers, damals Hauptmann geheißen, anzunehmen. Sodann wurde eine Abordnung zu Herrn Wilhelm Sellhorn, wohnhaft seinerzeit im Haus Nr. 10 (Henningshoff), geschickt; dank der Überzeugungskraft dieser Abordnung wurde so der Posten bis ins hohe Alter gehalten. Aus Altergründen legte er später sein Amt nieder. Als Nachfolger wurde der Halbhöfner Heinrich Schierhorn gewählt. Dessen Nachfolger wurde der Landwirt Wilhelm Isernhagen, der in den Kriegsjahren seinerseits den Posten aufgeben musste, so dass der alte Hauptmann Heinrich Schierhorn wieder zum Wehrführer ernannt wurde.

Aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wird folgende wahre Begebenheit berichtet:

Im Sommer des Jahres 1927 wütete am Thiesenbarg bei Storch ein Großfeuer. Die Schätzendorfer und Nindorfer Feuerwehren wurden alarmiert und machten sich auf den Weg.

Wer würde als erster den Brandherd erreichen?

Die Schätzendorfer erlitten einen Achsenbruch, so dass die Nindorfer als erste an der Feuerstelle eintrafen und im nachhinein von der Versicherung mit einer Prämie von 100 Mark belohnt wurden, die der Feuerwehrkasse für wohlbekannte Zwecke zugeführt wurden.

Außerdem hatte die Nindorfer Feuerwehr insgesamt eine gute Witterung: Vor fand sie einen ganzen Keller voller selbstgemachten Weins. Beim Pumpen  entstand Durst, so dass der Wein an Ort und Stelle fachgerecht probiert wurde.

Eine große 20-ltr.-Korbflasche war als Lohn und unabdingbare Mannschaftsverpflegung für den Heimweg gedacht. Leider ging diese schöne Flasche am Suderfeld zu Bruch, und das edle Nass wurde von den gewitzten Feuerwehrleuten aus der Wagenrinne getrunken. Dazu wurde schön und vor allem laut gesungen: „Von den Bergen fließt ein Wasser, das ist lauter kühler Wein“.

Nach dem 2. Weltkrieg fuhr man so zu den Feuerwehrwettkämpfen – wie es seinerseits hieß:

Vorn auf dem Trecker sitzen August Ahlers und unser langjähriger Maschinist Karl Schütt, der sich in besonders uneigennütziger Weise um die Feuerwehr in Nindorf am Walde verdient gemacht hat.

Die „neue“ Motorspritze aus dem Jahre 1942 – übrigens damals als Parteispende zur Wehr gelangt – half nicht nur bei Einsätzen in der Gemeinde Nindorf am Walde, heute Ortsteil der Samtgemeinde Hanstedt, sondern auch bei Bränden in umliegenden Dörfern.

Brände in Nindorf:

1912 – Matthies

1919 – Schule und Wiedemann

1944 – Wilh. Otto, Henningshof (Scheune)

1959 – Waldbrand im Nordholz

1962 – Hilfe der Sturmflut in Stelle, Achterdeich

1973 – von Krogh

1974 – Paleschke

1975 – Waldbrände, für die Wehr Nindorf mit 5 Einsätzen an einem Tag

1984 – Wasserwerke

 

Einsätze in anderen Orten:

Ollsen – Mencke – ganzes Gehöft abgebrannt, Witte und Gellersen, Inselmann, Hartig

Schätzendorf – Meyer, Garbers, Ahlers, Bade, Südermühle

Undeloh – Schlüschen

Hanstedt – Eck (Schinkenkrug), H. Heuer, Wille, Hansenbarg, Orval

 

Unser erstes richtiges Feuerwehrauto

Erstzulassung:       16.Dezember 1969

KFZ-Brief-Nr:      37 777 281

Fabriknummer:      GB 81 JR 26595

Vor dem Automobil, mit dem die freiwillige Feuerwehr Nindorf bis 1989 ausgerüstet war, wurden die Einsätze so gefahren:

1.    Pferdegezogene Handdruckpumpe

2.    Ab 1942 besagte Magiruspumpe mit Anhänger und Trecker

3.    Bachatpumpe ersetze die Magiruspumpe

4.    Dann die Ziegler-TS-Pumpe mit dem „neuen“ Auto.

5.    Im Jahre 2003 kam dann die Ziegler-TS-Pumpe mit dem E-Starter

 

Unser Spritzenhaus von 1905 bis 1989:

Auch im Sinne der Satzung aus den Gründungsjahr 1911hat sich die freiwillige Feuerwehr Nindorf im Jahre 1986 zum 75-jährigen Bestehen zusammengefunden:

§1

Die freiwillige Feuerwehr ist ein Verein gesunder und kräftiger Männer, welche die Ehrenpflicht übernommen haben, sich durch regelmässige Übungen bei militärischer Disziplin die Gewandtheit, den Mut und die Ruhe anzueignen, die nötig sind, um bei Feuersgefahr möglichst rasch und in zweckmässiger Weise Hülfe leisten zu können.

§2

Jeder unbescholtene, gesunde, männliche Mitbewohner der Gemeinde Nindorf a. Walde im Alter von 17 bis 55 Jahre kann der freiwilligen Feuerwehr als Mitglied beitreten. Anmeldungen sind schriftlich an den Hauptmann (§9) zu richten.

Personen, welche die freiwillige Feuerwehr  durch Zahlung regelmässiger Jahresbeiträge unterstützen, können als soziale Mitglieder aufgenommen werden. Diese Stellung begründet jedoch nicht die Zubehör zu dem Löschkorps der Gemeinde Nindorf a. Walde.

§11

Jedes Mitglied ist verpflicht, nach Kräften zur Erfüllung der Zwecke der freiwilligen Feuerwehr beizutragen, insbesondere der Führern bzw. Vorgesetzen willig Gehorsam zu leisten, in und ausser dem Dienste ein ehrenhaftes männliches Betragen, im Dienste namentlich Nüchternheit, Pünktlichkeit, Ruhe, Ausdauer, Mut und Besonnenheit zu zeigen, bei Übungen pünktlich, bei entstandenen Schadensfeuern so rasch als möglich zu erscheinen, die Geräte und Ausrüstungsgegenstände sowie die Uniformen möglichst zu schonen und stetes rein zu halten: den angewiesenen Posten dürfen sie ohne Erlaubnis nicht verlassen.

sitzend von links nach rechts:

Walter Abendroth, Helmut Schlüter, Burghard von der Heide, Edgar Kornack, Günter Meyer, Rolf Kistenbrügger, Wilfried Koeplin, Dieter Riedel

stehend von links nach rechts:

Karl Wiggers, Klaus-Peter Schmidtke, Helmut Ehrhorn, Reinhard Ginschel, Günther Krug, Hans-Peter Schlüschen, Klaus Krug, Friedrich Conrad, Fritz Pohlmann, Karl Schütt, Wilhelm Gerdau, Reinhard Schütt

nicht auf dem Foto:

Ralf Böge, Gustav Mencke, Karl-Heinz Sellhorn, Waldemar Kornack, Wilhelm Matthies, Georg Krug, Fitz Fenner, Heinrich Sellhorn (Ehrenbrandmeister)

 

Grammatik oder Rechtschreibfehler bitten wir zu entschuldigen, dieses sind Original Auszüge und Fotos.